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Geburtstagsgedichte

Gedichte zum Geburtstag (Seite 4)

Geburtstagsgedicht. Fantasielandschaft mit roten Schliren. Vers von Plutarch.

Zur Eröffnung eines Albums
Ein Album! Schneeweiß Pergamentpapier,
und Schnitt und Decke schön verziert mit Golde!
Nicht wahr, wenn sich’s nur nicht so langsam füllen wollte
mit Sprüchen, Bildern, hundertfacher Zier?
Zur Hälfte wenigstens säh man es zu gern
schon ausstaffiert, geistreich von Damenhänden
und, hätten sie was Kluges dreinzuspenden,
zur Not wohl auch von dem und jenem Herrn?
Geduld, mein Kind! Es blicken diese Blätter
dich heut‘ wie deine künft’gen Jahre an;
die Muse weiht den ausgeworf’nen Plan –
wie er sich fülle, wissen nur die Götter!
Auch wird dies Buch von einem vollen Leben
zuletzt nur ein schöner Auszug eben,
und wie viel Holdes auf den Seiten steht,
von Lieb‘ und Freundschaft, sonnenhellen Tagen:
Was unsichtbar dazwischen geht,
ist köstlicher, als was die Blätter sagen.
Verfasser: Eduard Mörike

Zur Geburtstagsfeier
Feierlich empfangen wir die Sonne,
Mit der Freude herzlichem Gesang,
Wo des jungen Lebens Frühlingswonne
Einst auf deine Wiege niedersank:
Sieh! wir bringen mit gerührtem Herzen
Dir, o Vater! diese Blumen dar.
Winde, Vater! unter frohen Scherzen
Sie dir lächelnd in das Silberhaar!
Denn der Gute, der des Schönen Pflanze
Früh schon in dem reinen Busen nährt,
Welcher nach der Tugend heil’gem Kranze
Ringt – er ist der Freudenthräne werth. –
Verfasser: Friedrich von Schiller

So nehmet auch den schönsten Krug,
den wir mit frischem Trunk gefüllt,
ich bring ihn zu und wünsche laut,
dass er nicht nur den Durst euch stillt:
Die Zahl der Tropfen, die er hegt,
sei euren Tagen zugelegt.
Verfasser: Johann Wolfgang von Goethe

Wohl blühet jedem Jahre
dein Frühling mild und licht,
auch jene große, klare,
getrost er fehlt dir nicht;
es ist dir noch beschieden
am Ziele deiner Ban,
du ahnest ihn hienieden
und droben bricht er an.
Verfasser:Johann Ludwig Uhland

Geburtstagsgedicht aus dem 19. Jahrhundert.

Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen,
mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und den nehm ich in Acht,
so ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.
Verfasser:Andreas Gryphius

Früher, da ich unerfahren
und bescheidner war als heute,
hatten meine höchste Achtung
andre Leute.
Später traf ich auf der Weide
außer mir noch mehr Kälber,
und nun schätz ich, sozusagen,
erst mich selber.
Verfasser:Wilhelm Busch

Heut feiern wir Deinen Runden
Genießen die schöne Stunden
Wolln’ lachen und auch tanzen
Mit Freunden und Bekannten
Wolln’ fröhlich sein bis in die Nacht
Das Morgenlicht langsam erwacht
Und denken an die tolle Zeit
Voll Jubel und Glückseligkeit
Verfasser: Joano

Die Zeit ist wie ein Bild vom Mosaik,
zu nah beschaut, verwirrt es nur den Blick:
Willst du des Ganzen Art und Sinn verstehen,
so musst du’s, Freund, aus rechter Ferne sehn.
Verfasser:Emanuel Geibel